Ist jedes Glas eines zu viel?

Ab und zu etwas Wein, Bier, Whisky – das gehört für viele zum Leben dazu. Eine aktuelle Studie kommt zum Schluss, dass schon geringe Mengen Alkohol gesundheitsschädlich sind. Um der Gesundheit nicht zu schaden, sollte man darauf verzichten.

„Wir sollten weltweit die gesetzlichen Regelungen und Gesundheitsprogramme überprüfen und erwägen, Abstinenz zu empfehlen“, sagt Emmanuela Gakidou von der University of Washington, die an der Studie beteiligt war. Man müsse über höhere Steuern auf Alkohol, Einschränken der Werbung für Alkohol, eingeschränkte Zeiten für den Alkoholverkauf und ähnliche Maßnahmen nachdenken.

Bisher wird in Deutschland nicht Abstinenz empfohlen, sondern ein maßvoller Konsum. Männer sollten pro Tag höchstens 24 Gramm Alkohol (entspricht gut einem halben Liter Bier oder einem Viertelliter Wein) trinken, Frauen die Hälfte. Beide sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol verzichten.

Die Arbeit wurde von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziert.

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„Es passiert nichts, nichts, nichts“

Unter dem Eindruck des Extremsommers fordern Klimaschützer von der Bundesregierung mehr Tempo beim Kampf gegen die Erderwärmung – und einen raschen Kohleausstieg. Doch der scheint in weiter Ferne.

Nach den neuen Erkenntnissen zum Klimawandel hagelt es Vorwürfe. Umweltschützer attestieren der Bundesregierung schwere Versäumnisse in der Klimapolitik. Um die Erdüberhitzung zu stoppen, forderten Verbände seit Jahren eine zügige Neuausrichtung in der Klimapolitik, erklärt der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke. Passiert sei aber „nichts, nichts, nichts“.

Auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger nutzt scharfe Worte: Wer im Kampf gegen die Klimakrise jetzt nicht handle, versündige sich an der Zukunft. Die Bundesrepublik sei einst Vorreiter in Sachen Klimaschutz gewesen, aber alle ambitionierten Ziele für die Jahre 2020, 2030 und 2050 würden verfehlt.

Am Montag stieg nun der weltgrößte Rückversicherer aus dem Kohlegeschäft aus. Munich Re kündigte an, nicht mehr in Aktien und Anleihen von Unternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle verdienen. Ohne Versicherungsschutz könnte es für Investoren zu riskant werden, Kohlekraftwerke zu finanzieren. Und damit bekommt die Kohleindustrie ein echtes Problem.

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Klimawandel: Zukunft im Schwitzkasten

Was sehen wir in diesem Hitzesommer? Natürlich verdorbene Ernten auf verdorrten Äckern. Natürlich eine extrafrühe Weinlese. Natürlich halb leere Flüsse. Dazu Menschen mit Schwächeanfällen und Kreislaufzusammenbrüchen. Wir sehen aber auch etwas höchst Unnatürliches: die Erderwärmung bei der Arbeit.

Es lädt zu Widerspruch ein aus zwei Richtungen: erstens von jenen, die es nicht wahrhaben wollen („Da hat der Mensch keinen Einfluss drauf, so etwas gab es immer schon …“). Zweitens von allen, die über Jahre gleichsam als Faustregel verinnerlicht haben, man könne das Wirken des Klimawandels nur in Trends identifizieren, also in langjährigen Zeitreihen und den subtilen Veränderungen in den Mittelwerten der Statistik – nicht aber bei Einzelereignissen.

Man könnte sagen, künftig gilt die Schwer-zu-sagen-Daumenregel nicht mehr, wenn der Fingerabdruck des Klimawandels sichtbar wird. Der heiße Sommer führt uns die Folgen des Klimawandels vor Augen.

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